Italien im Frühling 2005
Pfingstausfahrt nach Italien (Ligurien, Toskana und Emiglia Romagna)
Pfingstsonntag: Weil es in den Dolomiten schon wieder geschneit hat, entschliessen wir uns noch südlicher zu fahren. Wir verlassen die Schweiz via Gr. St. Bernhart Tunnel, da sonst wegen dem Schnee noch alles zu ist. Wir fahren durch Aosta, dem Tal entlang über Ivrea, durchfahren dann die Po-Ebene bis wir bei Chivasso die Hügel des Piemonts erreichen. Wir ziehen unsere Bahnen durch wunderbare Weinanbaugebiete ohne Verkehr mit astreinem Asphalt bis nach Asti, wo wir auf einem Zeltplatz unsere erste Nacht verbringen.
Früh morgens um 7:00 Uhr (!) starten wir unsere Toros und ziehen Richtung Meer. Die Fahrt führt uns durch Alba südwärts wo wir den Colle S. Bernardo überqueren, der uns einen unglaublichen Kurventango bietet. Bei Imperia erreichen wir das Meer. Wegen der unsicheren Wetterlage entschliessen wir uns ein Hotel als trockene Übernachtungsgelegenheit zu suchen.
Gut ausgeschlafen fahren wir der ligurischen Küste entlang Richtung Genova. Dumm wie die Nacht schwarz, führe ich uns beide um 12 Uhr Mittags mitten durch Genova. Der mörderischste Verkehr den ich je erlebt habe! Eine geschlagene Stunde dauerte es, bis wir endlich die Stadt am nördlichen Ende Richtung Molassana verlassen können und wieder durch wunderschöne Wälder fahren. Hier wachsen die Bäume so über die Strasse, dass man das Gefühl hat, durch grüne Tunnel zu fahren. Wir überqueren den Pso. d. Bocco in Richtung Bedonia, fahren dann über den Pso. di. Cento Crocci durch märchenhafte Landschaften mit Föhrenbäumen. Auf schmalen und verkehrsarmen Strassen Richtung Meer fängt es nun sindtflutähnlich an zu regnen. Die aufgeheizten Strassen verdampfen das Wasser und es entsteht eine mystische Landschaft à la „Herr der Ringe“, die wir mit äusserster Vorsicht im Schritttempo durchfahren. Wir kommen an eine romantische Bucht und werden in der Ortschaft Levanto in einer Seitengasse mit den freundlichen Worten: „Hets euch verseicht?“ begrüsst. In dieser Gasse finden wir auch gleich ein Hotel zum Übernachten.
Am Morgen dringt ein unangenehmes Geräusch an unsere Ohren. REGEN! Es schüttet so heftig, dass die Regentropfen wieder gegen den Himmel springen. Wir warten einen Moment, doch das Wetter scheint in dieser Bucht festzuhängen. Trotz Regen entschliessen wir uns zur Weiterfahrt. „Hopperla“ denken wir, als es beim Verlassen der Bucht knöcheltiefe Bäche zu durchqueren gilt und das Wasser mannshoch zur Seite spritzt! Hier zeichnet sich gute Regenbekleidung aus! Nach ca. 4 Stunden Dauerregen reisst der Himmel allmählich wieder auf. Unsere Fahrt führt uns nach Carrara an den berühmten Marmorsteinbrüchen vorbei in eine Berglandschaft, die sich uns von Nebelschleiern verhüllt geheimnisvoll präsentiert. Wir fahren weiter über Barga Richtung Lucca wo die Gegend wieder flacher, verkehrsreicher und langweilig wird. Somit entschliessen wir uns wieder in Richtung Gebirge abzudrehen, wo zwar die Wolken hängen, doch auch sicherlich weniger Verkehr herrscht. So fahren wir hinauf nach Abetone, das grösste Skigebiet der Region auf 1388m.ü.M.. Leider hat es unterwegs wieder begonnen zu regnen (in solchen Höhenlagen wird es im Frühling noch sehr unangenehm kalt) so dass wir uns vorkommen wie „Dumm und Dümmer auf dem Weg nach Aspen“. Ziemlich durchgefroren finden wir einen Gasthof mit freien Zimmern in dem noch weitere Töffler untergekommen sind.
Juhui, der Wetterbericht meldet für die nächsten Tage schönes Wetter. So starten wir frohen Mutes in Richtung Nordwesten durch das Hinterland Romagna und Liguriens über unzählige kleine Pässe, durch Täler, Wälder und Kurven, Kurven, Kurven – man glaubt es kaum: Kurven! Eine der unglaublichsten Gegenden die ich je erlebt habe. Als es uns dann so langsam schwindlig ist und wir ziemlich müde sind kommen wir nach Bobbio wo wir unser Zelt aufschlagen.
Von Bobbio aus fahren wir Richtung Genova, biegen aber diesmal frühzeitig ab, über Busella, Acgui Terme durch wunderschöne Weinanbaugebiete. Nordwärts kommen wir nach Asti, zurück durch die Po-Ebene via Biella über ein interessantes und kurvenreiches Gebirge bis nach Orta am Lago d’Orta wo wir zum letzten mal in Italien übernachten.
Am Morgen geht es weiter Richtung Heimat dem Lago Maggiore entlang, über den Lukmanier und Oberalp. Auf dem Tacho stehen 2380 km mehr, die Reifen sind praktisch nur aussen abgenutzt und zwei glückliche Torotreiber sind wieder Zuhause.
Fazit: Italien, speziell die Toskana ist ein super tolles Bikerland und wir sind bestimmt nicht das letzte Mal hier gewesen.
Slim & Dom
Tags: Italien, Reisebericht
Erfasst unter Reisen von domi am 16. May 2005 at 22:47.
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