Südamerika 2008

Reisebericht Südamerika

Im Januar und Februar 2008 bereisten wir Peru, Bolivien, Chile, Argentinien und Uruguay mit zwei Honda NX650 Dominatoren. Die Töffs haben wir selbst auf die südamerikanischen Reisestrapazen vorbereitet und nach Lima (Peru) verschifft. Die Hondas hielten sich prächtig, erduldeten Schnee, Regen, Kälte, Hitze, Sandstürme, schlechtes Benzin (Octan 80), grosse Höhen (4800 m.ü.M), Schlagloch- so wie Lehmpisten und übergewichtiges Reisegepäck. Mit etwas Wehmut haben wir sie am Ende der Reise in Uruguay verkauft.

Unsere Stationen auf der Reise in chronologischer Reihenfolge:

Peru: Lima, Palpa, Naszca, Puquio, Abancay, Ollaytantanbo, Cusco, Juliaca, Puno, Pomata

Bolivien: Copacabana, La Paz, Coroico, La Paz, Laguna

Chile: Arica, Iquique, Bahia Chipana, Iquique, Antofagasta, Copiapio, Paso San Franzisco

Argentinien: Fiambala, Chilecito, Rodeo

Chile: Ovalle, Parques Nacionales Freye Jorges, Valparaiso

Argentinien: Uspallata, Mendoza, Vicuna Machena, S. Antonio de Giles, Buenos Aires

Uruguay: Montevideo, Punta del Este

Argentinien: Buenos Aires

Der Reisebericht entspricht den Mails die wir während der Reise nach Hause geschrieben haben, viel Spass beim Lesen!

3. Januar 2008: Wir sind in Südamerika, in Lima Peru!

Hallo zusammen!

Wir sind gestern in Lima gelandet und haben mit ein wenig Mühe noch ein gutes Hotel mitten im alten Zentrum beim Plaza Mayor gefunden.

Beim Abholen der Motorräder wird es aber aufwendiger…

Zuerst wurde die Lieferadresse von Philipp Muri auf Philip Morris (ja, die mit den Glimmstengeln) geändert, was natürlich jetzt einen Tag in Anspruch nimmt. Zusätzlich ist ein „Carnet de passages“ nötig, was uns in der Schweiz aber als nicht unbedingt notwendig erzählt wurde. Jetzt nehmen wir den Peruanischen Weg, welcher wohl kaum um eine Schmiergeldzahlung rumkommt.

Der Hafen, wo die Öfen stehen, ist laut unserem Speditionsspezialisten “dangerous area”, aber er fährt uns mit seinem Privatauto dorthin und wird uns unterstützen. Er kommt von dort, war selbst einmal ein Piranha und ist jetzt ein sehr hilfsbereiter Kerl.

Wir geniessen jetzt das Moloch Lima zu Fuss und per Taxi und gewöhnen uns an das feuchtheisse Klima. Achselschweiss ist angesagt!

Busse wären toll, aber es gibt nirgendwo einen Routenbeschrieb. Unserer Ansicht nach wird im Bus entschieden, wohin die Reise gehen soll und der Kopilot schreit dies zum Fenster raus, damit interessierte mitfahren können.

Wir sind sonst aber wohlauf und melden uns, wenn es was neues gibt.

Liebe Grüsse in die verschneite Schweiz, Dominik & Philipp

5. Januar 2008: Wir sind immer noch in Lima!

Buenos tardes mes amigas y amigos

Presentamos el precedero de imatriculation des dos motos en peru:

Gestern nahm uns Senor Bueno mit seinem Privatauto am Morgen mit zum Hafenzoll in Callao. Um dort hineinzugelangen mussten wir unsere Pässe abgeben(!!!) ein komisches Gefühl…

Obwohl wir auf einer Amtsstelle sind, läuft nur was mit Beziehung und Bezahlung. Für 80 Dollar bekommen wir am Dienstag (schon!!) Stempel (wahrscheinlich für die Fahrzulassung in Peru, aber sicher sind wir uns da nicht). Das mit dem „Carnet de passages“ scheint sich erledigt zu haben.

Aber die Motorräder sind für das Zollamt immer noch Eigentum der Firma Philip Morris! Das werden stinkende Öfen sein…

Zum ersten mal im Leben waren wir auch bei einem Notar, mit dessen unterschriebenem und mehrfach gestempelten Brief wird sich die Prozedur beschleunigen… vielleicht… Das ganze hat uns ruinoese 13 Soles (etwa 4Sfr.) gekostet.

Am Nachmittag gingen wir zu Fuss in das Touristenmekka Miraflores am Pazifik. Wir sehen ein voellig neues Gesicht von Lima, welches aber nicht so gefaellt. Touristen (Amis), Hochhäuser und andere Wohlstandszeichen in einer armen Stadt. Wobei wir die Gleitschirmpiloten mit Ihren Fluggästen an der 100m hohen Steilküste, im Aufwind fliegend schon verstehen können, hier zu sein.

Erneut versuchen wir das Bussystem Limas zu begreifen. Kein Bus sieht aus wie der Andere und wir finden heraus, dass die Strassenrouten, welche abgefahren werden, schwungvoll auf die Busse aufgepinselt sind. Schade, dass man auf den Fotos die fehlenden Auspuffanlagen nicht höhren kann. Die Busscrew arbeitet im Team, der Chauffeur fährt und sein Compañero sorgt für die Kundschaft. Bezahlt wird während der Fahrt, 20 Minuten kosten 1 Sol (40 Rappen). Fahrtenschreiber gibt es wahrscheinlich nicht, aber die Bussfahrer stempeln an Briefkastenähnlichen Automaten ihre Durchfahrt auf einem Fahrplan ab.

Der Verkehr in Lima ist geprägt von alten, rostigen, stinkenden, röhrenden und verbeulten Autos (das wäre was für unsere MFK!). Ampeln sind grundsätzlich bedeutungslos und Fussgänger haben keinen Vortritt. Polizisten sind immer in schusssicherer Weste anzutreffen, meistens mit einem 125er unterwegs. Was geahndet wird ist schleierhaft, da das ganze Verhalten auf den Strassen zu büssen wäre.

Warum die alten Autos noch fahren haben wir gestern gesehen, in einer Strasse konnte man von Motoren, über Getriebe und Radachsen alles für das Lebenserhalten eines Autos kaufen. Repariert wird auf der Strasse und Ölwechsel gemacht wahrscheinlich auch.

Gesundheitlich sind wir intakt, die Rache des Montezumas hat uns noch nicht erreicht. Das Essen ist sensationell, super Brot (kein Hiestand-Serienschaumgummi) und wahnsinnig geiles Fleisch! (auch zweibeiniges… Sorry, Dominik meint gerade, dass man dies nicht schreiben kann.)

Hasta Luego nos amores, Dominik & Philipp

11. Januar 2008: Limaaaaaaaaa, hält uns immer noch fest

Hola los gringos quien no son en vacancias

So, wir melden uns wieder mal aus Noise-City! Der Lärm ist konstant, laut und nie endend! Gestern waren wir ein bisschen flach da letzte Nacht die Bauarbeiten zum Abbruch des Nachbarhauses begonnen haben (hier wird alles von Hand geklopft, es ist in ganz Lima kein Baukran zu sehen) und heute hatten wir einen 12 stündigen Marsch zu Ämtern, Notariaten, wieder Ämtern, Kopierbüros und zuletzt, man glaubt es kaum, zu den Töffs!!!!

Wir mussten die Kiste öffnen, damit der offizielle Kerl vom Zollamt validieren konnte, ob die Daten mit den Ausweisen und Zollpapieren übereinstimmen. Der Bruder des Typen vom Transportbüro (Piranha) hat uns den ganzen Tag geholfen. Gegen Abend ist er mit einem Stapel Kopien von sicher 10cm Höhe mit Stempeln und Unterschriften rumgerannt. Aber am Schluss ist uns halt trotzdem die

Zeit ausgegangen. Es gibt noch ein Problem welches gelöst werden muss, nämlich dass zwei Motorräder in einer Kiste angekommen sind. Das ist mit dem Komputersystem der Zollbehörden nicht machbar. Der Zollbeamte muss nun seinen Jefe fragen ob das Problem lösbar ist. Was danach passiert, wissen wir nicht.

Gestern sind wir beide ein bisschen Flach gelegen, da wir in einem Hamburger in einem Touristenrestaurant schlechtes Fleisch erwischten. Ein Tag kacken wie die Wilden, nun ist aber wieder alles stabil, nur die Fürze sind noch atemberaubend. Aber das interessiert Euch sicher nicht sehr fest.

Vorgestern Abend waren wir am Strand in Miraflores und haben den Gleitschirmfliegern zugeschaut. Da hat uns einer in „Züridütsch“ angesprochen woher wir sind. Er selbst ist 60 und seit 14 Jahren in Lima. Koni (so hiess er) hat uns dann in seinen Jass-Spunten eingeladen, wo wir nach drei Pisco-Sour den Frust mehr als weggespühlt hatten. Aber „un poco loco“ sind sie alle da. Das mit dem „Carnet de passages“ war übrigens eine Sache von etwa 50 Kopien, 100 Unterschriften und sicher 200 Stempeln, von verschiedenen Notariaten welche aber in der Summe nichts gekostet haben. Wir kriegen auch von Peru einen Fahrzeugausweis, welchen während drei Monaten für ganz Südamerika gültig ist.

So, jetzt gehen wir noch ein bisschen in der Stadt rumstolpern, vielleicht gibts noch was interessantes zu Sehen.

Hasta Luego mes amores! Dominik & Philipp

15. Januar 2008: und täglich grüsst uns Lima

Hallo meine Käse- und Schokoladeesser!

Es ist wieder mal viel Dreckwasser den Rio Rimac runtergeflossen (obwohl der so zähflüssig aussieht, da kann von Fliessen fast keine Rede sein) seit wir uns zum letzten Mal gemeldet haben. Wir hatten letzten Donnertag die Kiste schon offen vor uns und dann ist das Problem mit den zwei Töffs in einer Kiste aufgetreten. Das war viel dramatischer, als zuvor angenommen! Am Freitag haben die Kerle von

der Spedition verlangt, dass wir einen Brief unterschreiben den wir nicht verstanden. “It’s just a little lie, not dangerous…” auf so was hatten wir keinen Bock! Also haben wir uns das nochmals anschauen

wollen, und da sowieso noch ein Wochenende dazwischen lag, konnten wir das auch auf die Reihe kriegen. Zum einen hat Roly ihn übersetzt (vielen Dank!!!!!!!) und zum Anderen ist der heisse Teil, in dem steht das Philipp die Reise abbricht, Dominik alleine weiterfährt und deshalb die Kiste geteilt werden muss, nicht mehr drin. Also alles halb so wild. Zur Sicherheit haben wir heute noch mit dem Zollchef von Callao (Ivan Rojas, ein Freund von unserem Speditionskameraden) ein paar Worte wechseln können. Der hat uns versichert, dass es kein Risiko ist diesen Brief zu unterschreiben. Also haben wir‘s getan und morgen können wir endlich die Töffs zusammensetzen und auf je ein Pallet binden, damit der Zollexperte, welcher dann das Ganze nochmals zu Augenschein nimmt, wirklich zwei verschiedene Pakete sieht. Ist dieser verschwunden, können wir die Öfen wieder vom Pallet runter nehmen und wegfahren. Die Leute sind echt kompliziert hier!

Heute sind wir mit dem Spediteurchef und seinem Bruder in einer Fischbeiz gewesen, wo nur Taxi- und Truckerfahrer einkehren. Laut unseren peruanischen Freunden der beste Fischverfutterer von Lima. Der Kerl fragte uns, ob cevitsche (oder so) gut sei zum Bestellen und wir haben beide wacker genickt. Es kam so wie es kommen musste, roher, kühler Fisch mit Tintenfischstückchen (auch Roh) und dazu eine scharfe Rahmsauce mit Chilli und Kardammon… Das Essen war fantastisch! Auch jetzt, 6 Stunden danach ist noch nichts von einer Salmonellen- oder Amöbenvergiftung zu merken. Wir haben mit reichlich Bier und Inka-Kola gespült, so kann eigentlich auch nichts schief gehen. Die Peperoni die da auch noch drinn war schnappte sich Dominik, da meldete unser Freund : “… be careful, with taht you can go to the moon…” war richtig scharf aber mein Magen ist auch immer noch O.K.

Gestern Abend sind wir noch im Downtown von Lima gewesen und haben live Hardrock gehört. War noch gut, die Musik. Ein bisschen lästig waren die zugekoksten Indios. Jeder wollte uns die Hände schütteln und nach diesem handschweissigen Vorgang wurde auch immer kräftig von dem weissen Pulver angeboten, auch wenn wir immer abgelehnt haben. Als um uns herum alle Augen aus den Höhlen quollen und jede Nase gepudert war, haben wir aus Sicherheitsgedanken den Laden verlassen. Wenn man mitten in einer drogierenden Gruppe sitzt und die Polizei auffährt, kommt man ob schuldig oder nicht in U-Haft. Das wollten wir uns ersparen hier in Peru.

So, jetzt haben wir euch wieder zehn Minuten von eurer wertvollen Arbeitszeit geklaut, aber da werdet ihr kaum böse sein.

Bis bald, Philipp & Dominik

16. Januar 2008: Mechen bei 25 Grad und Sonnenschein!

hola mis amigos suizas

es ist schon unglaublich, heute durften wir im Zollager unsere Töffs zusammenbauen (Sonnenschein, 25 Grad, 80% Luftfeuchte). Nach getaner Arbeit dann der Lohn für die Mühe, beide ¨Schimel¨ laufen einwandfrei. Fahren durften wir jedoch nur auf die Waage um das Einzelgewicht zu bestimmen. Danach wurden unsere beiden Töff auf einzelnen Paletts festgezurrt und müssen nun noch eine Nacht im Zollager schlafen. Somit währe das Problem mit den 2 Kisten gelöst.

Morgen werden wir dann noch finanziell vom Zollager abgezockt werden und dürfen dann endlich beginnen das schöne Land zu erkunden!

Wir freuen uns Lima endlich den Rücken zu kehren und auf den Töffs zu sitzen!

Liebe Grüsse ins Schoggi-Land, Dominik & Philipp

18. Januar 2008: on the road!

Hallo Zusammen

der Wartekrimi in Lima ist beendet, wir sind heute die ersten paar Kilometer gefahren. Bereits haben wir die Nazca-Wüste durchqueren wollen, sind nun aber doch von der Dunkelheit eingeholt worden und haben darum in Palpa unser Nachtquartier bezogen (Kosten 20 Soles = CHF 8.-)!

Die Panamerikana ist sehr eindrücklich, meistens gehts geradeaus, wir müssen aber stehts wachsam fahren da sich diverse Gegenstände auf die Strasse verirren. Obwohl Schilder das deponieren von Steinen auf der Fahrbahn ausdrücklich verbieten…..

Morgen geht es definitiv in die bergigen Anden, wir haben uns heute deshalb vom Pazifik verabschiedet.

Das email an Philipps-Familie kommt ausnahmsweise von meiner email, da Bluewin offenbar am Ranzen liegt. Aber wir schreiben sowieso immer nur ein email, wir wollen Reisen nicht mailen!

Viele Liebe Grüsse aus der heissen Nazca-Wüste, Dominik & Philipp

20. Januar 2008: Aus den hohen Anden

Hallo meine Lieben

Das Hotel in der Nazcawüste haben wir überlebt, auch wenn uns in der Nacht die Käfer fast aus dem Bett getragen haben. Fluchtartig sind wir dann nach Nazca gedonnert, wo wir ein Kreolisches Frühstück genossen. Dabei haben uns zwei Bebbis angehauen, angezogen von unseren Töffs.

Die beiden sind auch mit Hondas unterwegs, sie sind sechs Wochen vor uns in Mexiko gestartet. Christoph und Martin müssen wie wir, ende Februar in Buenos Aires aufs Flugzeug. So sind wir jetzt schon den zweiten Tag zu viert unterwegs.

Gestern in Nazca haben wir die Scharrbilder (Nazca-Linien) noch aus einer einmotorigen Cessna betrachtet. Na ja, so gut es ging (fast kotz). Danach sind wir über eine haarsträubende Strasse (in den Schlaglöchern hätte man Autos verstecken können) nach Puquio (3200m über Meer) ins nächste Hotel-Desaster gelangt… also wieder keine Dusche!

Heute sind wir über die westlichste Andenkette getuckert, zwischendurch waren 4500m über Meer auf dem GPS zu sehen! Unsere Hondas laufen bestens, ausser wenn das Benzin mit Dreck versaut ist (Vergaserzerlegung auf 3800m). Auf den Geraden liegt aber auch auf diesen Höhen noch eine angemessene Geschwindigkeit drin. Aber der ganze Zauber ist kalt. Jetzt sind wir in einem Hotel mit warmem Wasser (man staunt) auf 2300m. Die Temperaturen hier sind angenehm aber es regnet wegen der Regenzeit auch viel.

Morgen fahren wir nach Cuzco, der alten Inka-Hauptstadt!

Noch was zu den Aussagen dass Töfffahren gefährlich sei: Wir haben bis jetzt noch kein Motorrad gesehen das einen Unfall hatte, dafür sind uns schon drei eingeschossene Reisecars unter die Augen gekommen! Wir übertreiben es trotzdem nicht und fahren anständig. Unsere luftgekühlten, nockenwellengierigen Motoren danken es nachhaltig… hoffentlich! Wir haben riesig Spass am Fahren!

Liebe Grüsse in die Schweiz, Dominik & Philipp

PS: Kann jemand bei Sämi Schmid nach Fragen, ob die zwei Wochen Warterei auf die Töffs unserem WK (= warten können) – Konto als Diensttage gutgeschrieben werden können?

23, Januar 2008: Aus der Stadt in den Wolken

Hallo meine Lieben

Gestern waren wir auf dem Machu Picchu. Es war schlicht genial und ruinös! Was die Kerle hier vor 3000 Jahren auf die Bergspitze montiert haben, übertrifft alles was in Europa an Steinhaufen zu sehen ist. Perfekt geklopfte Steine, ohne Mörtel zu einer Mauer zusammengefügt, dass nicht mal ein Blatt Papier zwischen die riesen Klötze passen würde… Und alles so gut erhalten, als wäre es gestern gebaut worden. Auch die Fahrt mit der Andenbahn war spektakulär! Es hat ein bisschen geholpert und bei jedem Beschleunigen ist eine dicke Dieselwolke zum Himmel gestiegen, aber in einem Tal Bahn zufahren wo es so eng ist, dass nur ein Fluss und ein Bahntrasse Platz hat, ist sehr eindrücklich. Eindrücklich waren auch die Preise, wir haben zusammen über 300 US$ liegen lassen.

Unsere beiden Bebbis haben definitiv im Urwald einen Käfer aufgelesen, sie sind gestern mit Coca-Tee und Antibiotika im Bett geblieben.

Wir sind jetzt wieder alleine Richtung Titicacasee unterwegs. Heute nächtigen wir in einem Hotel auf 3500m Höhe. Da wurde das Koffertragen in den dritten Stock zur Atemprobe. Morgen werden wir wahrscheinlich den Titicacasee zum ersten mal sehen.

Gesundheitlich geht es uns sehr gut und unsere Verdauung ist stabil mit den einheimischen Essgewohnheiten. Heute Mittag haben wir einen Kaffee bestellt. Die Indiofrau aus dem Restaurant hat nach „Cafe con Chicharron“ gefragt und wir haben eifrig genickt. Es kamen zwei riesen Teller mit grossen, gebratenen Schweinestücken, fritierten Kartoffelscheiben und einem Riesenmaiskolben drauf… So wurde aus dem Kaffee ein Mittagessen. Wir haben uns damit auch finanziell ziemlich ruiniert. Es kostete umgerechnet 8 SFr…. für beide!

Wir sind noch ein paar Tage in Peru, aber Bolivien wartet bereits! Wir freuen uns auf noch höhere Pässe mit noch dünnerer Luft. Die Landschaft ist unglaublich schön! Auf den Hochplatteaus (wie hier auf 3500m) wird Land- und Viehwirtschaft mit Muskelkraft betrieben, sehr eindrücklich!

Vielen Dank für die vielen Mails von euch die uns immer wieder etwas aus der Schweiz (hat es schon Schnee?) wissen lassen.

Die beiden Bebbis betreiben den Aufwand eine Homepage von hier aus aktuell zu halten, ein Blick darauf lohnt sich! Eventuell gibts dort auch Bilder von uns. Link: www.oelspur.ch

Unsere Bilder folgen im März auf www.toroteam.com

Wir melden uns wieder.

Seid alle herzlich gegrüsst, Dominik & Philipp

25. Januar 2008: hohe Gefühle am Titikakasee

Seid gegrüsst vom Titikakasee

Wir haben gestern Abend den Titikakasee bei Puno erreicht. Das Nachtessen in Puno topte noch einmal alles bis jetzt in Peru verspiesene. Es gab Alpaca an einer Cointreau-Zitronengras Sauce,(ja sie sind ja soo niedlich, aber hier eben Nutztiere wie bei uns die Kühe), dazu etwas gekochte Riesenkartoffeln und Erbsen.

Heute besuchten wir die Uros, sie leben auf dem Titikakasee auf 40 schwimmenden Schilf-Inseln. Viele von ihnen haben das Festland noch nie betreten! Es war sehr eindrücklich zu sehen wie auf dem Wasser gelebt wird. Gründe warum die Uros auf dem Wasser leben gibt es gleich drei: Früher flüchteten sie vor den Inkas und deren Kriege, der See (es ist fast ein Meer) reguliert das rauhe Klima als Wärmespeicher und heute ist es dank dem Turismus sehr attraktiv auf dem See zu leben! Die Uros sind handwerklich sehr begabt, sie erstellen Decken, Instrumente, Miniaturschilfbote und Schmuck in einer herrlichen Farbenpracht! Generell sind die Peruaner in solchen Dingen sehr begabt, vor allem die Farbenpracht widerspiegelt für mich ihre Lebensfreude.

Heute nächtigen wir in Pomata direkt am Titikakasee (Zimmer für umgerechnet CHF 8.- , weiterer Kommentar überflüssig….).

Morgen werden wir dann mit der Fähre nach Copacapana, Bolivien übersetzen. Peru hat uns als wie mehr gefallen, wir sind gespannt wie uns Boliven empfängt. Natürlich am Meisten wie umgänglich die Zöllner sein werden, aber wir nehmen diesbezüglich 2 Wochen erfahrung aus Lima mit :-)

Viele liebe Grüsse, Dominik & Philipp

31. Januar 2008: News aus Chile!

Hola mes amigas y amigos

Es ist viel Wasser in den Pazifik geflossen, seit wir das letzte mal die Tasten unter die Finger genommen haben. Damals waren wir in Peru und um es vorweg zu nehmen, wir haben Bolivien bereits durchfahren und sind jetzt bei 25 Grad Temperatur an der chilenischen Pazifikküste!

Zuerst zum Grenzübertritt von Peru nach Bolivien. Gepeinigt von Lima haben wir uns vorbereitet wie Gladiatoren vor dem Endkampf. Am Zoll wurden wir von Grenzgeiern ausgelacht, dass zwei Gringos mit Motorrädern ohne Peruanische Frauen das Land verlassen, Dreckskerle. Kurz vor Aussprache von ausfälligen Bemerkungen haben wir gemerkt, dass dies die Zollbeamten waren. Entsprechend locker war der Übertritt nach Bolivien. Eine knappe Stunde später hatten wir bolivianische Papiere für die Töffs und alle Formalitäten waren erledigt. Wenige Kilometer später kamen wir in eine Militär-Strassensperre und es wurde Geld für die Durchfahrt nach Copacabana verlangt. Wir waren einverstanden unter der Bedingung, dass wir eine Quittung bekommen können. Nach ein paar mürrischen Blicken war das ganze dann ohne Bezahlung erledigt, Korruption umgangen!

Am gleichen Tag fuhren wir weiter nach La Paz. Dazu nahmen wir eine Fähre über den Titicacasee. In perfektem Zustand war die Barke nicht (Kapazität von zwei Autos und eben so vielen Motorrädern), ein kleiner Aussenborder musste für den Vortrieb im Wasser reichen, sehr abenteuerlich. Auf der Zufahrt nach La Paz sind wir im Armenviertel „El Alto“ in eine Marktstrasse einbogen. Es gab kein Zurück! Für den folgenden Kilometer Weg hatten wir eine Stunde! Inklusive 100 Gramm Fein- (und Grob-)Staub aus den Abgasrohren der völlig überlasteten Dieselbusse. Das war lebensverkürzend, auch wegen dem Nervenverbrauch…

Am nächsten Tag ging es über den Cumbre-Pass (4670m Höhe, Rekord bis anhin) von La Paz in die Yungas (Welcome to the Jungle, Baby). Wir durchquerten alle Vegetationszonen im Schnelldurchgang, bis wir am Schluss nach Regen und 150km Schotter- und Schlammpisten auf 1000m Höhe mit Mücken zu kämpfen hatten. Am nächsten Tag nahmen wir eine abgekürzte Strecke wieder zurück und statteten der „Ruta de la Muerta“ einen Besuch ab. Unterdessen ist dies nicht mehr die Hauptverkehrsachse, deshalb hatte es keinen Verkehr und war völlig gemütlich (ha, ha, ha) zum Befahren. Kaum vorstellbar wie hier Lastwagen an 500m tiefen Abhängen bei abbröckelnder Strasse sich kreuzten… Aber wir waren ja die einzigen an diesem verhangenen Tag.

Die Rueckfahrt über den Cumbre-Pass war dann nicht mehr so lustig, auf der Passhöhe hat Schneetreiben eingesetzt und der Regen hat die Strasse weggespült. So mussten wir ein Umleitung auf die alte Strasse nehmen: Einbahnverkehr mit 30cm-Spurrillen, beide mit reissenden Bächen von braunem Wasser gefüllt, welches am Strassenrand 100m in die Tiefe stürzte. Danke an die Geländereifen, mit normalen Pneus wären wir da niemals durchgekommen. Tags darauf verliessen wir das Moloch La Paz in Richtung „Salar de Uyuni“. Auf dem Weg dahin trafen wir wieder die Basler Martin und Christoph. Sie versuchten es auch zum Salar. Hier ein kurzer Ausschnitt aus dem Mail von Martin an uns: “Wir haben versucht von Challapata aus nach Uyuni zu kommen. Nachdem ich das Motorrad im Schlamm versenkt habe (Kniehoch) und wir dann die erste Flusspassage vor Augen hatten, sahen wir uns gezwungen umzudrehen. Velofahrer die wir getroffen haben, haben uns auch recht gegeben. Z.T. ist die Strasse Brusthoch überflutet. Sie hatten für die 100km 4 Tage

(sprich nur wenig langsamer als zu Fuss). Wir sind dann weiter nach Potosi, wunderschön! Aber die Strasse zur Argentinischen Grenze ist gemäss den Locals auch fast nicht passierbar. Es wurde von über 7 Stunden für 180km gesprochen und dann ist man erst an der Grenze. Von der argentinischen Seite wussten sie nichts, aber mein Buch spricht von einer “unpaved road”, von welcher während der Regenzeit und einen Monat danach abgeraten wird.” Es ist auch noch zu sagen, dass im Moment viele Strassensperren von aufgebrachten Bauern die Fahrt durch Bolivien erschweren. Es sind massive politische Probleme im ärmsten Land Südamerikas zu lösen…

So sind wir mit Ihnen weiter nach Chile gefahren. Bis jetzt hatten wir alle Ziele, die wir Anfahren wollten erreicht und den Salar (er ist im Moment sowieso mit Wasser überflutet) gibt es auch in ein

paar Jahren noch…

Die Fahrt nach Chile war sensationell. Was da vor der Bolivianisch – Chilenischen Grenze geboten wird ist schier unglaublich! Dagegen ist der mittlere Westen der USA mit den Canyons nur ein verblichener Mickey Mouse! 100km erodiertes Gelände in den wundervollsten Formen und Farben. Und dazwischen immer wieder Flusstäler mit satten grünen Wiesen. Dies alles auf 4000m Höhe! Übernachtet haben wir auf dem Grenzort Laguna auf Rekord verdächtigen 4300m Höhe. Atemnot inklusive… Die Zollformalitäten nach Chile waren sehr streng (Drogenhandel), alle vier Töffs wurden akribisch durchsucht. Aber sonst ging das ganze problemlos vonstatten. Zeitaufwand im Bereich von 2-3 Stunden.

An der chilenischen Küste in Arica angekommen haben wir alle wieder Routenplanung gemacht. Dabei haben wir uns von Martin und Christoph getrennt, sie wollen noch die „Carratera Austral“ in

Feuerland befahren… Dies macht für sie noch etwa 10’000km in diesem Monat. Immer hart am Gas… Wir nehmens ruhiger und rechnen noch mit etwa 4000-5000 Kilometer (bis jetzt sind fast 4000 Kilometer auf dem Zähler) und besserem Wetter in den südlichen Anden. Momentan sind wir in der Atacamawüste, sie ist die trockenste der Welt, es gibt Orte wo seit der Wetteraufzeichnungen noch kein Tropfen Regen gefallen ist. Trotzdem ist es nicht sehr heiss (etwa 30 Grad), da vom Meer her immer eine steife Brise weht. Dies erzeugt auch eine einseitige Abnutzung der Reifen, da wir in einem ungemütlich schrägen Winkel mit den Öfen durch das Wüstengebiet donnern müssen. Aber der Wind ist konstant, also kein wildes Schlingern wie man das vom Mistral in Südfrankreich kennt…

Heute gönnen wir uns einen Ruhetag. Wir übernachteten in Iquique in einem Ferienbungalow, in Sicht- und Hörweite des Pazifiks. Iquique ist schlicht genial, eingeklemmt zwischen dem Sand der Wüste und dem blauen Pazifik. Hinter der Stadt stehen gross die ersten Wanderdünen. Wir rollen später noch ein paar Kilometer der Küstenstrasse entlang zum nächsten Zeltplatz. (sonst hätten wir

den Blachen ja vergebens dabei).

Noch ein Hochspruch zu unseren Hondas: Regen, Schlamm, Sandstürme, Schlaglöcher, tropisches Klima, grosse Höhen und Schnee konnten die Hondas nicht in die Knie zwingen! Nicht einmal das „Gasolina Especial“ aus Bolivien (mit Kies angereichert und mit satten 80 Oktanen ausgestattet) hat merklichen Leistungsverlust erzeugt. Auch Ölmangel wird nur durch lauteres Klackern untermalt.

Viele liebe Gruesse, Dominik & Philipp

P.S. An unsere geliebten (Vanessa und Martina): Wir werden gerade aus dem Internetschuppen raus geworfen, werden uns aber noch telefonisch melden. Seid geküsst!

5. februar 2008: “schwitz” in der Wüste

Hallo liebe Freunde

In der Schweiz ist es kalt haben wir gehört, uns tropft dafür der Schweiss von den Achseln.

Unser angekündigter Campingausflug gipfelte in einem wilden Campieren am Pazifik, es war wirklich schön! Weniger schön war, dass Tags darauf die Küstenstrasse nach 120km gesperrt war. Wir mussten umdrehen und auf die Panamericana zurück. Wir versuchten noch durch die Wüste zu fahren, versandeten aber Buchstäblich weil unsere Töffs dafür zu schwer waren. Bilanz: 420km Camping Rundfahrt um wieder im gleichen, schönen Bungalow zu landen.

Dort gönnten wir dann unseren Töffs einen Ölwechsel, sie haben bis jetzt jede Strapaze anstandslos mitgemacht! Nach getaner Arbeit gönnten wir uns noch einen Wellenritt im wilden Pazifik, es war schlicht genial mit den riesigen Wellen zu kämpfen.

Dann war leider wieder Kilometerfressen auf der Panam angesagt. Es gibt roten, braunen, gelben, weissen, groben und feinen Sand zu bestaunen. Zudem werden wir täglich von den chilenischen Polizisten angehalten und nach Drogen durchsucht. Bei einer Durchsuchung treffen wir Dan O´Brian, er ist Kanadier und mit seinem 1100 Chopper von Neufundland gestartet. Ein echt komischer Kauz, er fährt in Jeans, einer Adidas-Trainerjacke und ohne Handschuhe! Wir fahren eine Weile gemeinsam auf der Panam, bis wir ihm zu langsam sind, da trennen sich unsere Wege. In Copiapio zeigen sich dann auch Spuren an Philipps Hinterreifen, wir beschliessen ihn beim lokalen Töffhändler zu wechseln. Danach brechen wir zum Paso San Franzisco auf um nach Argentinen zu gelangen. Wir kommen noch bis zum chilenischen Zoll, dort dürfen wir auf 4300 m.ü.M. im Zollgebäude auf Matratzen übernachten. Die Nacht wird bitterkalt dafür weckt und am Morgen der Drogenschnüffelhund der Zöllner persönlich (er sieht aus wie Komissar Rex)! Für einmal ein ganz lieber “härziger” Schäferhund.

Nun sind wir in Fiambala, Argentinen gelandet, es war bis jetzt die schnellste Einreise in ein neues Land. Wir haben sogar ganz locker mit dem Zöllner diskutiert wie das währe, wenn wir unsere Töffs in Argentinen verkaufen würden… Ist kein Problem, die Hälfte bekommt der Staat und wir sind den Stempel im Pass los! Na also!

Wir möchten nun nochmals Richtung Chile fahren, über den Paso Agua Negra, soll der Höchste hier sein! Dann sind noch ein paar Ruhetage am Pazifik vorgesehen bevor wir nach Buenos Aires pilgern und diese fantastische Reise beenden.

Wir melden uns wieder wenn wir Tasten unter die Finger bekommen.

Seid lieb gerüsst aus dem heissen Argentinien, Dominik & Philipp

9. Februar 2008: wir lassen die Bilder sprechen

Hallo Ihr, zuhause an den BildschirmenSeit dem letzten Mail aus Fiambala sind wir durch das argentinische Hochland gefahren. Viele Wasserdurchfahrten und Schlammpassagen haben wir gemeistert. Selten befahrene Strassen werden nicht wie in Europa mit Brücken über die Flüsse ausgestattet, sondern die Strasse wird abgesenkt, damit das Wasser (und der Gröll) ungehindert durchfliessen kann. Ergibt dann alle 200m eine Flussdurchfahrt… auf 80km Distanz…

Manchmal waren die Flüsse auch ganz sauber, so dass es zum Bade geladen hat. (Siehe Bilder)

Argentinien hat uns bis an hin sehr gut gefallen. Eine gute Mischung aus den bis jetzt bereisten Ländern. Wir fühlen uns wie in Italien vor 20 Jahren.

Um wieder nach Chile zu kommen, haben wir den Paso Agua Negra unter die Räder genommen und wieder mal den Höhenrekord geknackt! Passhöhe auf eisig kalten 4750m.ü.M. Die 150km Schotterstrasse war auf der argentinischen Seite sehr spassig (driften in der Kurve) und auf der chilenischen Seite von Wellblech mit Amplitude 10cm geprägt. Die Hondas haben auch das überlebt, nur unsere Gedärme sind ein Bisschen verdichtet.

Die Grenzpolizisten von Chile sind weiblich, bildhübsch und kaum mehr als 25 Jahre alt. Trotzdem gingen sie streng nach Vorschrift vor, das Gepäck wurde komplett durchsucht.

Momentan halten wir uns in Vicuña auf. Zeitlich sind wir vor dem Plan (den wir nicht haben) und können noch im Nationalpark campen gehen.

Geniesst die Bilder! Liebe Grüsse aus dem warmen Chile, Dominik & Philipp

18. Februar 2008: Gruss aus der Mückenzucht…

Hallo Ihr Frierenden

Wir sind etwa 100km vor Buenos Aires. Ja, wie Ihr seht haben wir seit dem letzten Mail ordentlich Kilometer auf den Tacho gebrannt. Zwar nur auf den von Dominik, da Philipp’s Tacho tot ist, wahrscheinlich überdreht.

Seit dem letzten Mail aus Ovalle (Chile) sind wir in den Nationalpark Freye Jorge gefahren und haben vor geschlossenen Toren wiedermal wild campiert. Tags darauf besichtigten wir den Park und fuhren nach Valparaiso. Dort haben uns die Hunde fast gefressen, dafür hatten wir ein günstiges Hotel (drei für zwei, wenn man zu Dumm ist um das Geld ein zu kassieren). Die Stadt hat uns aber gefallen, ist doch ein Teil davon UNESCO-Weltkulturerbe. Ihr seht, wir betätigen uns auch kulturell und nicht nur den Gasgriff! Die vielen kleinen, farbigen Häuser haben einen besonderen Charme.

Nach zwei fahrfreien Tagen in Valparaiso sind wir über den Passo Christo Redentor (zu fahren wie der Grimsel, nur zehn mal länger) nach Argentinien gefahren. In Mendoza angekommen, wollten wir wegen der hohen Temperaturen die Motorräder verkaufen, und mit dem Bus nach Buenos Aires fahren. Nur hat kein Töffmech mitgemacht, da wir natürlich keine argentinischen Papiere für die Töffs besitzen. Also kommt Plan B zum Zug. Wir fahren nach Uruguay und parkieren sie dort für immer (mögt Ihr euch an Koni Schilter aus Lima erinnern? Das war seine Idee!). Wir sind aber sicher, dass sich die Töffs dort irgendwann selbständig machen…

Vielen Dank für die vielen Antwortmails, leider können wir aus Zeitgründen nicht alle beantworten. Aber wir werden euch mit vielen Fotos entschädigen, welche es nach unserer Heimkehr anzuschauen gibt.

Wir werden in wenigen Tagen an den Stränden von Uruguay liegen und bei einem Caipirinha an euch denken!

Bis bald und seit lieb gegrüsst, Dominik & Philipp

22. Februar 2008: Bericht aus La Paz

Hallo zusammen (langsam gehen uns die Begrüssungsfloskeln aus)

Für einmal schreiben nicht wir, sondern über uns wurde ein Bericht verfasst!

Wir haben euch das vorenthalten, aber auf dem Cumbre Pass bei La Paz zur Ruta Muerte haben wir zwei Reporter von Schweizer Radio International getroffen. Sie fanden unsere Reise bemerkenswert und haben mit uns am Abend darauf in La Paz ein Interview durchgeführt. Den Bericht dazu könnt Ihr in folgendem Link finden. Der Text ist zwar nur in Spanisch vorhanden, aber wir haben das

Interview schliesslich auch in Spanisch gegeben (Blöff).

Link: http://www.swissinfo.ch/ger/swissinfo.html?siteSect=881&sid=8723674

Liebe Grüsse und viel Spass beim übersetzen. Vielleicht hilft euch ja Mimi ;-) Dominik & Philipp

27. Februar 2008: letzte Meldung von der südamerikanischen Kontinentalplatte

Hallo Zusammen

Unsere Reise ist bald vorbei, darum melden wir uns ein letztes Mal per email. Danach wird es dann wohl viele Geschichten und Anekdoten geben welche wir gerne mündlich überliefern.

Nachdem wir den Flughafen Buenos Aires gefunden hatten, bauten wir dort unsere Töffs etwas um. Am Flughafen war es möglich unser nicht mehr benötigtes Reiseequipment zu deponieren. Nach der Umbauaktion hatten wir noch je eine der Alukisten auf dem Gepäckträger montiert, in die konnten wir bequem unsere Rucksäcke mit den Badehosen stecken. Wir fuhren federleicht bepackt in die Grossstadt Buenos Aires, es war lange nicht so schlimm wie erwaret. Natürlich fuhren wir noch über die Avenua de 9. Julio, die breiteste Hauptstrasse der Welt. Wir zählten ganze 20 Spuren, da gab es sogar Platz für einen kleinen Wheelie…

Wir nächtigten in Buenos Aires und nahmen Tags darauf die Fähre nach Uruguay. Das Zollprozedere am Hafen war chaotisch und unorganisiert, wir stolperten durch einen Rohbau und kamen in letzter Sekunde noch auf das Schiff. Dazu verschluckte sich Philipps Töff noch an dem zuletzt getankten Shell-Comun (Octan 83) und wir mussten den Töff auf die Fähre schieben. Analyse des Übels: Metallspäne im Benzin verstopften den Vergaser…

Die Ankunft in Uruguay war ähnlich unübersichtlich, plötzlich wurden wir von den Zöllnern aus der Autoschlange nach vorne gewunken. Der Zöllner erklärte irgend etwas unverständliches und lief dann davon. Da es den Anschien machte er würde nicht bald wieder kommen und zusätzlich das Hafentor in Sichtweite war, sind wir ohne die Fahrzeugformalitäten aus dem Hafen gefahren. Wir winkten den Aduanas noch fröhlich zu, diese winkten fröhlich zurück und so waren unsere Öfen schwarz nach Uruguay importiert.

Auf dem Weg nach Montevideo fuhren wir durch kilometerlange Palmen-Alleen, Uruguay ist eine richtig schöne Bananenrepublik. Da Philipps Töff wieder zu spuken anfing fuhren wir in Libertad zu einem Automech und versuchten die Töffs zu verkaufen. Wir wurden aufs Land zu einem Töffmech gebracht, vor seiner Werkstatt standen ca. 20 ausgeweidete Töffs. Der Herr Mechaniker zeigte Interesse an den Maschinen und testete diese sogleich. Danach tätigte er ohne eine Mine zu verziehen einige Telefonate. Danach kam er zu uns und sagte, dass drei “Hombres” vorbeikommen würden. Wir warteten auf der Wiese und staunten wie sich eine Volksversammlung anzubahnen schien. Nach einer Stunde waren an die 20 Nasen um unsere Töffs versammelt und feilschten wild wer welchen Töff bekommen soll. Nach einer weiteren Stunde war es klar: zwei 20-Jährige werden künftig mit den Hondas crossen und wir bekommen 1500 US Dollar für die beiden Töffs. Danach

ging alles sehr schnell, der Herr Mechaniker riss sich die beiden Alucases unter den Nagel und wir sassen im Bus nach Montevideo.

Nach einer Nacht Montevideo haben wir uns nach den schönsten Stränden in Uruguay erkundigt. Punta del Este wurde von allen als Topadresse genannt. Also, auf zur Busstation und mal Tickets besorgen. Umgerechnet haben wir für die 150km etwa 7 Franken bezahlt… ohne Halbtax!!! Die Busunternehmen würden der SBB richtig Konkurrenz machen. Nur die ganze Geschichte mit Abgasen und Russfiltern ist natürlich der Nachteil vom Strassentransport.

In Punta del Este angekommen sind uns die äusserst knappen Bikinis aufgefallen, noch bevor wir ein Hotel fanden. Wie wir bald gesehen haben ist diese Stadt zu Vergleichen mit den Häuserschluchten an der Costa Brava. Aber der Sand war schön und die Atlantikwellen toll! Nur die Wasserqualität war fragwürdig, kommt doch im Rio del Plata der Rio Paraná ins Meer. Vor Montevideo ist der Süsswasserfluss sicher 100km breit und schön braun.

Drei Tage haben wir uns in Punta del Este die Bäuche gebräunt und das Geld vom Töffverkauf in Alkohol umgesetzt… Nein, natürlich nicht. Wir sind ja brave Buben. Trotzdem nutzten wir die Chance und gingen an den sehr brasilianisch angehauchten Carneval. Ein Erlebnis der besonderen Art. Danach haben wir wieder den Bus nach Montevideo genommen um dort die Fähre nach Buenos Aires zu buchen.

Die Fährgesellschaft hat uns dann mit dem Bus an den Hafen von Colonia gefahren (der gleiche wie beim Hintransport). Wir haben extra eine andere Fährgesellschaft genommen, da die Andere als einzige unsere Namen mit den Töffs hätte verbinden können.

Mit einem leichten kribbeln im Bauch haben wir am Zollgebäude von Colonia die Pässe abgegeben und dem fröhlichen Blättern und Stempeln zugeschaut. Es stellte sich raus, dass nach wenigen Minuten nicht nur die Ausreise aus Uruguay sondern auch die Einreise nach Argentinien erledigt war. Also alles Paletti, niemand hat den “Schmuggel” bemerkt.

Die Fahrt über den kackbraunen Rio del Plata nach Buenos Aires mit dem Schnellboot (1h mit 50km/h… und dies über einen Süsswasserfluss…) war geprägt von hohem Wellenschlag, welcher aus dem offenen Atlantik hineingebraust ist. Aber alles stabil. Nach dem Nazca-Flug wird uns nie mehr schlecht!

Lustig wars nochmals bei der Zollkontrolle in Buenos Aires, als der äusserst gelangweilte Zollbeamte erstarren musste, als er das Kettenschloss und die Nummernschilder auf dem Röntgenschirm sah. Aber er war wohl zu faul um sich zu bewegen, ein gestresster Blick und das ganze war vorüber.

Wir haben uns dann ein Hotel mitten im Zentrum von Bs As besorgt (Grand Hotel España) dessen beste Zeiten wohl schon vorüber sind aber der Charme erhalten blieb. Einzig der Nachtwächter ist wohl noch aus der Erstbesetzung der Hotelmannschaft. Sicher 80-Jährig und schwerhörig. Hat aber nach dem ersten mal sofort wieder gewusst welche Zimmernummer wir haben. Erstaunlich.

Bs As ist heiss, oft laut aber irgendwo ist immer ein bisschen Stil zu finden. Schöne Häuser, piekfein gekleidete Kellner in runter gekommenen Restaurants, ein herziger Zoo mit abgegriffenen Attraktionen usw. Diese Stadt ist immer eine Reise wert! Allgemein sind die Argentinier offen, aber nicht aufdringlich, und immer interessiert wenn man unterwegs ist. So haben wir an unserem letzten Tankstopp eine Familie getroffen, dessen Oberhaupt eine Yamaha XT600 fährt. Damit ist man hier ein echter Mann. Seine Füsse haben beim Wegfahren auch fast den Boden nicht erreicht.

Der XT-Fahrer hat sich sehr für unsere Töffkleider interessiert und wollte diese uns abkaufen. Aber mit verschwitzten, versifften und verstaubten Reiseklamotten Geld zu machen ging uns gegen den Strich. Bleibt noch der Weg mit dem Bezahlen in Naturalien. Die Familie hat uns dann eingeladen zu Ihnen zum Nachtessen mit Übernachtung zu kommen, was wir am letzten Abend von unserer Reise auch tun werden. Wir haben mit den Leuten Mail-Kontakt, und wie es tönt wird dort die ganze Sippschaft zusammengetrommelt! Wird sicher toll…

So, wir geniessen noch die schweisstreibende Stadt, gehen eine Tangoshow besuchen und essen jeden Abend Fleischstücke in Kopfsteinpflastergrösse. Vanessas Vater würde diese Stadt nie mehr verlassen!

Also, dies sind die letzten Zeilen des letzten Berichts und ich hoffe wir haben euch nicht zu fest genötigt mit unseren Ausschweifungen. Aber der Hintergedanken an diesen Mails war natürlich auch ein Reisebericht für uns, den wir in einem Fotoalbum anheften können. Dass auch unsere Enkelkinder noch denken, dass es mal echte Kerle gegeben hat…

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sagen wir bis bald, Dominik & Philipp

 

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Erfasst unter Reisen von domi am 27. February 2008 at 23:22.
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